Berufliches

Ein wenig Persönliches und Berufliches über Roswitha Kleiser

Berufspädagogen empfinden oft eine Wechselwirkung zwischen ihrer Persönlichkeit und ihrem pädagogischen Handeln. Weil es mir auch so geht, möchte ich mich mit einem biographischen Einblick in meine persönliche und berufliche Entwicklung vorstellen.

Ich bin in Ratibor geboren und aufgewachsen, Oberschlesien/Polen, auf einem Landgut. Dort habe ich bis kurz vor dem Abitur ein Mädchen-Gymnasium mit pädagogischem Schwerpunkt besucht. Im Jahr 1976 ist meine deutschstämmige Familie, die Eltern und meine fünf Geschwister, nach Deutschland umgesiedelt. Eine besonders lebendige Erinnerung aus dieser Zeit ist die an den Dichter Joseph von Eichendorff, der auf Schloss Lubowitz in der Nähe von Ratibor geboren ist.

In dem Internat Jung-Stilling-Gymnasium in Hilchenbach und CJD in Altensteig habe ich mich auf den Schulabschluss vorbereitet und die allgemeine Hochschulreife erworben. Es war eine gute Zeit und eine wichtige Motivation, mich für das Studium der Sozialpädagogik zu entscheiden. Bereits während des Studiums war ich Praktikantin in einem Christophorusinternat des CJD. Nach dem Abschluss als Dipl.-Soz. Päd. arbeitete ich dort zunächst als Jugendleiterin und anschließend als Hausleiterin.

 

Während dieser Zeit durfte ich den Gründer und langjährigen Präsidenten des CJD, Prof. Dr. Arnold Dannenmann, kennenlernen, wenn er seine Enkelin in „meinem“ Internatshaus besucht hat. Die Gespräche mit ihm haben mich beeindruckt, er ist für mich zum Vorbild geworden und ich fühle mich dem Bildungsverständnis und den pädagogischen Zielen des CJD bis heute sehr verbunden. Eine persönliche Bereicherung war für mich auch eine Studienfahrt von Mitarbeitern in meine alte Heimat nach Polen, die ich zusammen mit Dr. Christopher Dannenmann, damals Leiter des CJD, organisiert habe.

 

Nach meiner Eheschließung mit einem Dipl.-Physiker und den Geburten unserer drei Töchter war mein pädagogisches Talent vor allem in und rund um die Familie gefragt. Dazu gehörte auch ehrenamtliches Engagement, z.B. in der Mittagsbetreuung am Gymnasium der Töchter, außerdem waren wir Gastfamilie für Schüler des did deutsch-instituts. Glücklicherweise blieb Zeit für meine Hobbys Segeln, und die Musik, vor allem das Singen im Chor und das Klavierspielen. Wichtig ist mir auch die Mitgliedschaft im Verein der „Freunde und Förderer des Labenwolfgymnasiums Nürnberg“ und im Eichendorff-Verein mit Sitz in Lubowitz.

 

Am Ende der Familienphase war ich bereit für eine neue Berufstätigkeit: ich wollte mit meiner Kompetenz und Erfahrung Kindern und Jugendlichen zu einem starken Profil verhelfen. Dafür sind Lernseminare, Feriensprachkurse und auf jeden Fall die Internatsvermittlung wichtige Bausteine: Unsere Kinder haben sehr gerne an Ferieninternatsprogrammen teilgenommen. Ich habe nur positive Erinnerungen an die Internatszeit und etliche unsrer Verwandten haben als Schüler in Salem, St. Gallen und in CJD Internaten ebenfalls gute Erfahrungen gemacht.

 

Ich präsentierte meine Ideen zunächst auf Studien- und Berufsbasaren, absolvierte eine Ausbildung zur Lernberaterin (FH) und entwickelte ein Konzept als selbstständige Beraterin zur Profilstärkung von Gymnasialschülern. In IHK Seminaren und durch individuelle Beratung bereitete ich mich auf die Existenzgründung vor, die ich 2014 in die Tat umgesetzt habe. Als Pädagogin, selbstständige Beraterin und Dienstleisterin unterstütze ich seitdem Schülerinnen und Schüler dabei, auf dem Weg zum Abitur ein starkes Profil zu entwickeln für einen optimalen Start ins Berufsleben.